Berührende Buchpräsentation “Fair Bleiben” am 11.11.2019 im Stadtlabor, Göttingen

Fair Bleiben: In diesem Buch werden Möglichkeiten für eine gelungene Integration vorgestellt. Darüber freuen sich (von links) Donika Canaj, Bernadette Tusch, Stefan Klingbeil, Zamira Hamzaraj, Kaja Schellenberg und Margrit Fajen-Brandes.

Vor einem Kreis sehr interessierter Gäste stellte der IvAF-Verbund “FairBleib Südniedersachsen – Harz” am Montag, den 11.11.2019 sein Buch “Fair Bleiben” vor. Dabei hoben u.a. Christian Hölscher von der Jugendhilfe Göttingen e.V. und Bernadette Tusch vom Institut für angewandte Kulturforschung (IfaK e.V.) Aspekte ihrer tägliche Arbeit in der Integrationsberatung zu Arbeit und Ausbildung für Flüchtlinge hervor: die Beratung Jugendlicher und junger Erwachsener oder die Arbeit im ländlichen Raum und die damit verbundene notwendige Netzwerkarbeit.

Besonders berührend aber waren Beiträge von zwei Teilnehmerinnen Donika Canaj und Zamira Hamzaraj, die beide nur durch das Engagement von FairBleib vor der Abschiebung geschützt werden konnten. Beide sind heute voll integriert. Umso bedauerlicher, als dass Menschen, die wie sie aus Kosovo oder Albanien einreisen, zukünftig hierzu keine Chance mehr bekommen werden. Nach dem neu in Kraft getretenen Migrationspaket sollen Menschen wie sie so lange in einer der Erstaufnahmeeinrichtungen Niedersachsens festgehalten werden, bis ihre Abschiebung vollziehbar ist.

Diesen bewegenden und ernüchternden Momenten schlossen sich zwei Betriebsratsmitglieder von Sartorius an, die aus der Sicht eines international aufgestellten Konzerns eigene Einblicke in den Alltag der Integration boten. So konnten sie aus ihrer Praxis die Problematisierungen im Feld der Integration nicht nachvollziehen. Sicherlich brauchten Integrationsprozesse ihre Zeit. Druck von Seiten der Ausländerbehörden sei hier nicht hilfreich. Im Gegenteil: zuverlässige Mittel zur Unterstützung wie Deutschkurse auch zum Feierabend, Beratungsangebote, die vorhandene Qualifizierung und Anforderungen im Arbeitsfeld abstimmt, aber auch spezielle Angebote für mit Kindern geflüchtete Frauen müssen ausgebaut und verstetigt werden.

In der anschließenden Diskussion wurde nochmals deutlich, wie notwendig die Unterstützung Geflüchteter beim Zugang zu Arbeit und Ausbildung ist. Mit FairBleib Südniedersachsen – Harz ist ein professioneller Verbund gewachsen, der der Feststellung, Deutschland sei ein Einwanderungsland, Sinn, Form und Inhalt gibt.

Ein Bericht in den HNA dazu hier